Bericht

Donnerstag 22.07.2010, Cimetta (1671 m)

Morgenstund hat Gold im Mund, deswegen standen wir bereits wieder um 5:15 Uhr auf. Donnergrollen war hörbar in der Ferne und einzelne Blitze erhellten den Himmel. Wollen wir wirklich eine Wanderung unternehmen? Nach einer weiteren Konsultation der regionalen Wetterprognosen war klar, wir können die Tour wagen. "Den Mutigen gehört die Welt", dies sollte sich im Verlauf des Tages noch bewahrheiten. Nach einer kurzen Busfahrt erreichten wir das weiter südlich gelegene Avegno. Die Kirchuhr schlug gerade 7:00 Uhr, als wir Richtung Cimetta loswanderten. Gleich von Anfang an ging der Weg ziemlich bergauf. Nach einer Stunde hatten wir die ersten 400 Meter Aufstieg hinter uns gebracht und eine erste Pause war angesagt bei Scaladri. Dann führten wir den Aufstieg weiter fort, vorbei an Helgenstöckli und einmal durchs leicht höhere „Dickicht“ wo die Wanderleiterinnen beinahe von Spinnen und Bremsen gefressen wurden... Im Verlauf des Aufstieges gab es zweimal kurz ein paar Regentropfen. Diese stellten sich aber jeweils wieder ein bevor man die Regenmäntel zur Hand hatte. Der meist bewölkte Himmel war für uns äusserst angenehm, man kam auch so zum Schwitzen. Nach 4 ¾ Stunden erreichten wir kurz vor dem Mittag den Gipfel des 1671m hohen Cimetta. Von dort aus bot sich ein weiter Ausblick über die obere Hälfte des Lago Maggiores. Locarno lag uns quasi zu Füssen. Der Vallemaggia Röhrenblick wurde damit entschärft. Die Sonne begann sich auf dem Gipfel immer mehr durchzusetzen und wir genossen die Mittagsrast. Im nahegelegenen Bergrestaurant bekamen nachher alle noch eine Glace spendiert. Es gab eigentlich nur glückliche Gesichter auf dem Gipfel. Toll war auch, dass wir den Abstieg nicht zu Fuss machten und stattdessen die Sesselbahn und anschliessende Gondelbahn uns nach Locarno hinunter brachte. In Locarno konnten alle noch über eine Stunde frei verfügen um das Sackgeld loszuwerden. Um 16:15 Uhr, als wir den Bus für die Rückfahrt besteigen wollten, setzte ein leichter Regen ein. Die FART, das Transportunternehmen, brachte uns schlussendlich wieder zurück nach Aurigeno. Das bereits zur Tradition gewordene Baden in der Maggia fiel heute wegen dem Regen ins Wasser… Bevor wir aber das Lagerhaus erreichten, hörte der Regen wieder auf. So war es sogar wieder möglich, dass wir das Nachtessen draussen geniessen konnten, was natürlich allseits geschätzt wurde. Ein feiner Hackbraten mit Kartoffelstock und Rüebli brachte uns die verbrauchte Energie wieder zurück. Noch vor der schönen Helen, gemeint sei hier das Dessert, setzte der Regen wieder ein. Wir können sicher behaupten, dass wir das Optimum auf diesem Tag geholt haben. Wer noch Lust hatte konnte den Film „Herbie, ein toller Käfer“ schauen, andere liessen den Blick nochmals auf die Bergketten des Vallemaggia schweifen, wo in der Ferne die beleuchtete Antenne auf dem Cimettas zu erblicken war.

Bericht und Fotos: Christoph von Däniken