Bericht

Dienstag 20.07.2010, Lago di Sascòla

Es war draussen noch dunkel als wir um 4:45 Uhr (!) aus den Federn krochen. Weil unser heutiges Tagesziel, der Lago di Sascòla, auf 1740 m lag und uns somit ein rechter Aufstieg bevorstand, wollten wir die kühleren Morgenstunden nutzen. Von Aurigeno aus brachte uns der Bus noch bis nach Cevio. Die meisten nutzten die 20 minütige Busfahrt dazu, noch etwas Schlaf zu erhaschen. Um 6:45 Uhr wanderten wir Cevio los. Die 1230 m Aufstieg machten den einen oder anderen am Vortag schon noch etwas Eindruck, auch wenn wir in früheren Lagern noch grössere Aufstiege unternahmen. Zu Beginn des Aufstieges war es ungewohnt still, kaum jemand sprach. Es machte fast den Anschein, als wäre ein Gruppe Schlafwandler unterwegs. Der Aufstieg erfolgt zuerst durch einen Buchenwald, der Weg welcher zwar nicht steil aber doch bestimmt nach oben führte war tiptop. Nach einer knappen Stunde Wanderzeit und 400 Höhenmeter gab es eine kurze Trinkpause, eine weitere folgte später noch. Unterwegs passierten wir diverse Rusticos welche zum Verkauf standen. Die einen waren bereits halb zerfallen, die anderen heimelig aber abgelegen. Es war also keine Option zum Bleiben und so wanderten wir weiter. Im oberen Wegstück säumten viele Ameisenhaufen den Weg und wir sahen Felder mit Heidelbeeren, die kurz vor der Genussreife standen und schon ziemlich blau waren. Nach nur 3 ½ Stunden Aufstieg, und zum Verblüffen vieler, erreichten wir bereits um 10:15 Uhr den See und damit den höchsten Punkt der Wanderung. Der Aufstieg ging wirklich relativ einfach, wohl auch deswegen wie die Sonne noch meist von Wolken verhüllt war. Der Lago di Sascòla bot einen schönen Anblick und hätte zum Baden eingeladen, wären da eben nicht die Wolken gewesen. So wagten nur wenige den Sprung in das Wasser. Nach einer ausgiebigen Rast nahmen wir dann den Abstieg wieder unter die Füsse. Kurz vor 16:00 Uhr erreichten wir wieder Cevio und die hochsommerlichen Temperaturen hatten uns wieder eingeholt. Wieder zurück in Aurigeno mit dem Bus nutzen einige den Sprung in die Maggia zur Abkühlung während die anderen gleich den restlichen Heimweg antraten. Eine feine Lasagne stärkte uns wieder nach dem langen Tag, was aber nicht hiess, dass die meisten früher Schlafen gingen. Im Anschluss an das Tiramisu stand im lagereignen Openair-Kino nämlich noch der Film «Vertical Limit» auf dem Programm, ein Actionfilm zur Besteigung des Berges K2 im Himalaya.

Bericht und Fotos: Christoph von Däniken