Bericht

Donnerstag 17.07.2008,

Bei der Tagwache um 6:30 Uhr schien noch die Sonne bevor sie sich für den restlichen Tag rar machte. Mit dem Zug fuhren wir diesmal in die andere Richtung bis nach S-chanf. Von dort aus ging es auf der linken Talseite dem Höhenweg entlang bis zur Alp Trupchun. Der Weg verlief meist im Wald oberhalb des Baches Ova da Trupchun. Auf halbem Weg betraten wir den Nationalpark, von dort an galten bestimmte Regeln. Zum Beispiel war das Verlassen des Weges nicht mehr gestattet und der Akustikpegel sollte gesenkt werden wenn man Wildtiere erblicken wollte. Erste Regentropfen fielen vom Himmel als wir unterwegs eine kurze Rast einlegten. Wir waren noch nicht auf der Alp Trupchun angekommen, als sich richtiger Regen über uns ergoss. Unsere Hoffnung auf einen trockenen Mittagshalt war die Hütte bei der Alp, aber diese Hoffnung wurde jäh zerschlagen. Die Hütte bot nur Einlass für die Wildhüter und auch das Dach war zu klein damit wir draussen Unterschlupf gefunden hätten. So blieben die Rucksäcke verschlossen und unsere Mägen leer und hungrig. Die Alp Trupchun, welche übrigens nur 2 Kilometer von der italienischen Grenze entfernt liegt, ist bekannt für Wildbeobachtungen. Aber den Murmeltieren war das Wetter wohl zu garstig. Weiter oben auf der einen Talseite konnte man ein Rudel Hirsche beobachten und auf der gegenüberliegenden Seite ein Rudel Gämsen oder Steinböcke die übermütig herumsprangen. Schon bald setzte sich unser Tross talwärts in Bewegung. Nach einer Weile liess der Regen wieder nach und hörte sogar ganz auf, so dass wir am Wegrand rasteten und das verspätete Zmittag verspiesen. Für den Rückweg nach S-chanf wählten wir die rechte Talseite. Es war ein abwechslungsreicher Weg in ursprünglicher Natur. Mit einem letzten Spurt erreichten wir schlussendlich den Bahnhof „just in time“. Dass der Zug eine Viertelstunde Verspätung hatte wussten wir ja (noch) nicht ... Um 16:00 Uhr waren wir wieder zurück im Lager. Für einige war dies eine sehr willkommene Gelegenheit, sich noch etwas aufs Ohr zu legen um dann später direkt vom Schlafsack zum Nachtessen zu kommen. Die Küchenmannschaft hatte eine feine Lasagne zubereitet, von der nicht mehr übrig blieb. Wer am Abend Lust hatte konnte sich den Film «Shrek» ansehen oder sich mit Karten- oder Würfelspielen verweilen und dazwischen ein Tiramisu geniessen.

Bericht und Fotos: Christoph von Däniken