Bericht
Dienstag 07.07.2015, Seebergsee
Der Chauffeur hatte sein Postauto bereits am Vorabend vor unserem Lagerhaus parkiert. Mit diesem fuhren wir dann als Extrafahrt um 6:15 Uhr nach Schwenden. Rauflihore, Spillgerte und Seehore leuchteten bereits in der frühen Morgensonne. Bei der Station Fildrichbrücke war dann Endstation, von dort aus ging es dann zu Fuss weiter in Richtung Westen gegen einen Talkessel, der mit senkrechten Felswänden abgeschlossen war. Der Creux du van könnte hier durchaus Pate gestanden sein. Die erste halbe Stunde ging gemütlich leicht aufwärts. Der leichte aber frische Wind, der wehte, war sehr angenehm. Dann folgte eine Pause, bevor es in den grossen und steileren Aufstieg über ging. Der Zick-Zack Weg führte durch losen Wald, im welchem die farbenprächige Bergflora bestens gedeihte. Nach einer Stunde standen wir am Grat oben, wo wir eine längere Pause einlegten. Gestärkt ging es dann im Nu zum höchsten Punkt der Wanderung auf 1938m. Es war aber kein Gipfel sondern der höchste Punkt auf einem breiten Grat, welchen wir ohne Halt passierten. Inzwischen zog eine starke Bewölkung auf und ein kühler Wind zog uns um die Ohren. Es machte nicht den Anschein, dass am heutigen Tag Spitzentemperaturen gemessen würden. Der Blick zum Seebergsee öffnete sich uns, aber der Gedanke, heute noch die Badehose aus dem Rucksack zu nehmen, schien plötzlich fremd. Ein leichter Abstieg, welchem ein Gegenaufstieg folgte und dann standen wir morgens um 10 Uhr vor dem wunderbar gelegenen Bergsee „Seebergsee“. Es dauerte keine Minute und die ersten tauchten im See ein. Das Timing war perfekt, die Wolken verzogen sich zum grössten Teil und es wurde wieder warm. Bald war die halbe Meute im See, welcher eine ähnliche Temperatur wie gestern der Thunersee aufwies: Frisch aber nicht kalt. Die Temperatur stieg immer mehr an, so dass wir 3 Stunden am See verweilten und es uns gut gehen liessen. Dann hiess es wieder den Rucksack packen und die Schuhbändel schnüren für den Abstieg. Der führte durch ein Tal nach Meniggrund. Der Anblick der Felsen entlang dem Tal mit den Bäumen erinnerte an Bilder von Kanada, dabei waren wir bekanntlich im Diemtigtal. Der Wind wurde wieder stärker, er fühlte sich aber an wie bei einem Warmluftfön. Je tiefer wir kamen desto heisser wurde es. Unterwegs nach Meniggrund kam uns ein Postauto entgegen, was bei vielen Glücksgefühle auslösten. Hierhin führt nämlich kein Postautokurs, also musste es unsere Extrafahrt sein. Um 15:30 Uhr waren wir wieder zurück im Lager. Eine Dusche war zwar erfrischend, dies aber nur für kurze Zeit weil die Hitze dermassen drückte. Regentropfen um 18:00 Uhr zwangen uns erstmals, am Abend im Haus drinnen zu essen. Zum Znacht gab es Hackbraten mit Teigwaren, was wiederum allen schmeckte. Ein Happy Birthday gab es noch für David, welcher heute Geburtstag feiern konnte, bevor alle in Genuss eines Desserts kamen.
Bericht und Fotos: Christoph von Däniken



